Das Baumhaus im Waldviertel (Österreich, 2008)

Nach einem Borkenkäferbefall bei Verwandten im österreichischen Waldviertel mussten mit einem Schlag etliche Kiefern weichen und eine wunderschöne Buche thronte fast alleine auf der neuen Lichtung mit Blick über Wald und Wiesen zum Sonnenuntergang.

Und so bauten wir zu zweit in nur zwei Wochen unser erstes bewohnbares Baumhaus. 6,5 Meter über dem Boden, 22 Quadratmeter Podestfläche (12 innen und 10 aussen), maximale Innenhöhe 2, 70m.

Als Baumaterial war hier heimisches Fichtenholz aus dem lokalen Sägewerk die erste Wahl, billig, leicht und genügsam, wenngleich auch sicher nicht so langlebig wie etwa Lärche oder Robinie. Die Diagonalstützen sägten wir direkt vor Ort aus dem Wald. Sieben Wandfenster und ein zu öffnendes Dachfenster gewähren Rundumblick in die benachbarten Baumwipfel und über die Lichtung.

Aufhängung: Die beiden Hauptträger sind an einem der zwei Doppelstämme der tragenden Buche mittels Garnierschrauben fest und am zweiten Stamm flexibel montiert, um die Bewegung der Stämme zueinander nicht zu beeinträchtigen oder die Stabilität des Hauses zu gefährden. Damit wird auch sichergestellt, dass sich das Baumhaus der natürlichen Veränderung des Baumes durch Wind und Wachstum anpassen kann. Der Stamm sowie zwei Äste, die durchs Haus führen wurden mit Neoprenmatten abgedichtet.

Aufstieg: Eine Treppe führt zu einem Podest auf der Hälfte der Haushöhe. Dann muß geklettert werden – eine Strickleiter aus Seil und Stammstücken führt zu einer Luke in der Terrasse, die sich bequem mit einer Gasfeder öffnen lässt. Ausserdem ist ein Transportflaschenzug vorhanden.

Innenausbau: Im nächsten Sommer gab es nochmal eine Woche Zeit, um die Isolierung und Innenverkleidung zu machen. Die Isolierung mit Waldviertler Flachs und einer Klimamembran, davor Multiplex Birke als Wandverkleidung. Bett, Tisch, Holzofen, ein 12V Stromsystem sowie Koch- und Waschnischen werden das Baumhaus als Gäste- oder Kinderhaus ganzjährig autark bewohnbar machen.