Die Kugel RELOADED (Hessen, 2015)

Unsere Kreuzberger Kugel musste wegen eines Umzuges 2014 ihr altes Domizil am Wagenplatz räumen und da Peter Becker in seinem Baumhaushotel „Robins Nest“ noch Platz für Erweiterung hatte und die Schönheit des Kugelraumes selber schon erleben durfte, brauchte es nicht mehr viel Überzeugung, aus der alten Kugel in Kreuzberg eine ganz neue in Berlepsch zu machen.
Denn ein Prototyp ist ja schließlich vor allem dafür da, um aus Fehlern zu lernen und nach sechs Jahren genau zu erkennen wie alles noch besser funktionieren kann.

Während des Vorbaus der einzelnen Elemente arbeiteten wir Mitte März zwar schon alle bei 20 Grad im T-Shirt in der Werkstatt in Berlin. Bei der Montage im Wald Anfang April fegte aber ein später Wintersturm über Deutschland, entwurzelte reihenweise Bäume und brachte uns nicht nur jeden Morgen Neuschnee sondern auch in weiten Teilen des Landes den Zugverkehr zum Erliegen. Wir zogen dessen ungeachtet unser Bauzelt zwischen den Buchen im Wald auf vier Meter Höhe, spannten es ringsum mit Planen ab, bauten die Kugel aus den Einzelteilen zusammen und heizten unser windiges Domizil mit einem Dutzend Gas- und Stromheizern auf eine Temperatur, in der das Epoxidharz auf den Glasfasergeweben sich chemisch wasserdicht zu GfK verbinden konnte. Nie wieder!

In drei Buchen wurde dann die Kugel mit ihren vier Befestigungspunkten so mit Baumschlaufen und Stahlseilen aufgehängt, dass sie sich zwar noch ein kleines bisschen bewegen kann aber so schnell wieder festen Boden unter den Füßen schafft, dass nicht nur Segler beruhigt in ihr schlafen können.

Für Robins Nest ist das Raumschiff der Kugel natürlich ein optischer Gegensatz zu den drei bereits bestehenden Naturholzhäuser. Peter Becker sieht sie deshalb als die ultimative Honeymoonsuite: ein sanft ansteigender Steg unter Bögen von rankenden Pflanzen führt direkt in die Kugel, welche selber in wenigen Jahren mit verschiedenen Kletterpflanzen zu einem aussergewöhnlichen Design- und Naturobjekt werden soll. Im Inneren soll die Einzigartigkeit des runden Raumes mit seinen vielen Fenstern in die Baumkronen und den Wald hinein von wenig und hochwertiger Einrichtung unterstrichen werden.